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Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#1 von Old W. , 28.07.2020 20:58

Ich habe die Tage progressive Federn in meine Gabel eingebaut und bin angenehm überrascht. Die Federn reagieren lange nicht mehr so schwammig wie vorher und federn trotzdem alles ab. Kleine Unebenheiten werden sogar besser abgefedert.
Nun überlege ich, ob ich auch hinten neue Dämpfer brauche.
Es gibt ja welche, bei denen das Zug- und Druckverhalten einzeln eingestellt werden kann.
Was bringt diese separate Einstellmöglichkeit?
Wie wirkt sich das bei Zuladung aus, und wie bei schlechter Straße?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?
Gibt es Qualitäts- und Preisunterschiede?
Muss ich Federn eintragen lassen?
Brauche ich sowas?

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#2 von Chopper-Liese , 29.07.2020 08:01

Hallo Werner,
Du hast ja in Norwegen meine Bolt mit den Wilbers-Federbeinen ausprobiert.
Da ist nur die Zugstufe einstellbar und sie werden schon nach Deinen Gewichtsangaben voreingestellt ausgeliefert.
Die haben eine ABE, also ist keine Eintragung nötig.
Ich habe mit der Zugstufeneinstellung etwas experimentiert, bis es gepasst hat, die Einstellung ändere ich auch nur wenn ich mit extrem schwerem Gepäck fahre.

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#3 von Old W. , 29.07.2020 14:47

Moin Bea,
kannst Du mir erklären, wie Du die Dämpfer entsprechend der Zuladung änderst und was genau das bewirkt?
Kannst Du auch die Federspannung ändern, so wie bei den originalen Federn?

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#4 von Atti , 29.07.2020 22:02

Zugstufe ist die Federvorspannung. Das geht bei fast jeden Stoßdämpfer einzustellen. Bei reichlich Gepäck oder sozia spannt man die Feder mehr vor, dadurch wird sie straffer und taucht weniger ein. Somit schlägt der Dämpfer nicht durch oder man sitzt nicht auf (Reifen Schutzblech).
Damit kann man auch etwas an Höhe für Schräglagenfreiheit gewinnen.
Aber zu straff ist auch nicht gut, da sich bei Schlaglöchern oder Querrillen des Bike aufschaukeln kann.

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#5 von Achim , 29.07.2020 22:30

Hallo Werner,
nachstehender Link öffnet die Bedienungsanleitung für die den Wilbers Federbeine. Ab Seite 8/9 ist genau erklärt was Federvorspannung, Zug- und Druckstufe genau bewirken.
https://www.wilbers.de/pdf_files/montage...eine_1013_5.pdf

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#6 von Old W. , 29.07.2020 23:14

Danke Alfred, das bringt Licht in die Sache.
Jetzt fehlen nur noch Erfahrungsberichte über das Fahrverhalten mit verschiedenen Einstellungen im Vergleich zu den serienmäßigen Federbeinen.

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#7 von Achim , 30.07.2020 07:34

@Werner: Gerne!
Ich fahre das Wilbers Federbein Typ 630 TS Road und habe sie mir sportlich mit dem Einsatzzweck "Straße" vor einstellen lassen. Mit den progressiven Federn vorne ist die Racer schon ziemlich hart, schluckt aber anstandslos so ziemlich alles was der Asphalt so hergibt. Ganz selten (fast immer zu hohe Geschwindigkeit für den Untergrund) das sie mal springt oder sich in den Kurven "versetzt".

Vermutlich müsste ich mal nachjustieren da ich mein Gewicht mit Klamotten mit 100 kg angegeben habe sind aber nur 95 kg

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#8 von Chopper-Liese , 30.07.2020 10:39

Hallo Werner,
bei den originalen Federbeinen hatte ich immer das Problem, das ich bei Fahrbahnunebenheiten aus dem Sattel gekickt wurde und den Kontakt zum Moped verloren habe.
Durch die Erhöhung der Zugstufe bei den Wilbersfedern habe ich das Ausfedern gedämpft bzw. verlangsamt bis ich im Sattel geblieben bin.
Bei schwerem Gepäck würde ich sie wieder ein paar Klicks runterdrehen.

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#9 von Old W. , 30.07.2020 13:10

Zitat von Chopper-Liese im Beitrag #8
bei den originalen Federbeinen hatte ich immer das Problem, das ich bei Fahrbahnunebenheiten aus dem Sattel gekickt wurde und den Kontakt zum Moped verloren habe.

Dieses Problem habe ich mit meinen zur Zeit 100 kg nicht. Mich stört eher die durchgängig harte Federung. Vielleicht würden mir auch progressive Federn reichen. 🤔

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#10 von OldMan54 , 04.12.2020 15:00

Hat jemand Erfahrungen mit Wilbers gegen die Federbeine der R mit Ausgleichsbehälter?

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#11 von Recke Roni , 04.12.2020 16:32

Hi Thomas,

Ich hatte an meiner Grünen Wilbersfederbeine mit Ausgleichbehälter. Es bringt mehr Sicherheit,weil das Rad besser am Boden bleibt,
wenn du über Huckel oder durch Löcher fährst. Es ist voll einstellbar,Vorspannung,Druck-und Zugstufe.
Mehr Komfort bringt es nicht,dafür ist der Federweg zu kurz.

Gruss Ronald

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#12 von OldMan54 , 05.12.2020 16:26

Heute habe ich mich etwas mit der Einstellung und der Frage, passt die Federhärte, befasst.

Grundsätzlich hat man drei Werte:

Die Feder unbelastet, also Hinterrad in der Luft.
Sind bei mir 34 cm (auf dem Bild 33,9 cm, nachher zu zweit kam ich dann auf 34 cm). Das ist der Wert A, in dem Fall 34 cm.
Bild entfernt (keine Rechte)
Bild entfernt (keine Rechte)

Der nächste Wert ist, Motorrad ohne Fahrer, mehrfach ein- und ausgefedert, nicht auf Seitenständer sonder nur auf den Rädern, ebener Untergrund stehen, muss natürlich jemand am Lenker halten.
Sind dann, Federbein Vorspannung auf Stufe 2, 330 mm.
Bild entfernt (keine Rechte)
Das ist der Wert B, 10 mm

N1=A-B. N1 soll 10-15 % des Federwegs am Hinterrad betragen, wären bei 70 mm Federweg also 7-10 mm, damit lägen wir an der oberen Grenze.

Als nächstes wird der Wert C gemessen. Bedeutet, wie weit federt das Moped am Hinterrad mit Fahrer in der Fahrposition ein.
Hier komme ich auf 315 mm.
Bild entfernt (keine Rechte)
N2=A-C, soll 25-30 % des Federwegs betragen, wären 17-21 mm. Die Einfederung von 25 mm entspricht fast 36 %

Versuch 2, ich stelle die Federbeie eine Raste härter, also dann auf 3.
Bild entfernt (keine Rechte)

Der Wert B beträgt nun 334 mm, N1(A-B)=340 mm-334 mm = 6 mm, also knapp 10 %

Mit Fahrer ergeben sich dann 321 mm.
Bild entfernt (keine Rechte)

N2=19 mm, entspricht 27 %

Was sagen nun diese Werte, bzw. warum ist der Vergleich N1 und N2 wichtig?



Das Bild zeigt einmal die Feder in der weichsten Einstellung, bei uns Stufe 0, dann in einer härteren Einstellung, z.B. Stufe 4.
Wir sehen, die schwarze Linie verschiebt sich nach oben. Bedeutet, es muss deutlich mehr Kraft aufgewendet werden, damit sich die Feder zusammendrücken lässt.

Würde ich bei meinen Federbeinen die höchsten Rasten einstellen, dann würde das Motorrad ohne Fahrer so gut wie nicht mehr Einfedern, der Wert B läge deutlich unter 10%, was ein sehr schlechtes Ansprechen der Federung bei kleinen Unebenheiten, Kanaldeckel etc. bedeutet.
Packe ich zu meinen 100 kg dann noch Gisela, mit Ausrüstung 55≈57 kg auf das Beifahrer Brett, dann sackt die Federung trotzdem auf mindestens 50 bis 60% des verfügbaren Federwegs zusammen, da federt dann auf schlechten Strassen nicht mehr viel.

Die Lösung sind härtere Federn (rote Linie). Die kann ich mit sehr geringer Vorspannung fahren, haben trotzdem nur ein N1 von 10-15 %, unter Belastung haben diese aber Kraft genug, noch 2/3 des eh geringen Federwegs zur Verfügung zu stellen.

Wird also vermutlich auf andere Federbeine hinauslaufen, da stärkere Feder auch stärkere Dämpfung benötigt.
Allerdings wird dass dann, wenn das Salz wieder weg ist, erstmal ausgiebig getestet.
Bei meiner Tracer war es allerdings unumgänglich, dass Gemecker der Sozia......

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#13 von OldMan54 , 05.12.2020 17:07

@Bolt
Ergänzung, Bild mit den Kennlinien oben aus © Gründen bitte löschen, war mein Fehler, Sorry.


Zur Erläuterung, die roten Linien sind die Serienfeder.
Spanne ich die vor, steigt die Kraft, die ich zum Bewegen der Federung brauche, Fahrwerk spricht schlechter an.
Die härtere (stärkere) Feder kann ich mit geringerer Vorspannung fahren, spricht fein an, schlägt bei hoher Last trotzdem nicht durch.
Bild entfernt (keine Rechte)

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#14 von OldMan54 , 11.12.2020 15:35

Bin jetzt mehrfach mit Gisela gefahren, sie ist eine Art 2-beinige Messstation, spürt extrem gut, ob eine Abstimmung des Fahrwerks was taugt oder eben nicht.
Mit der originalen Einstellung, glaube 1 Raste vorgespannt, gab es direkt Kritik, was auch berechtigt war, die Federbeine haben dann mit den gut 150 kg kaum noch Reserven, gehen bei Wellen, Schlaglöchern auf die Endanschläge.
Nach dem Ausmessen wie oben beschrieben, sind die Federn 15 mm vorgespannt, Stufe 3 oder 4, kann ich an der Rasterung nicht so klar erkennen.

Bild entfernt (keine Rechte)

Jetzt ist die Federung wie verwandelt, natürlich sind 70 mm Federweg keine Sänfte, aber doch deutlich (im positiven Sinne) spürbar.
Überrascht hat mich die Dämpfung, auch bei etwas höherem Tempo (≈Tacho 120 km/h) in Schräglage über Bodenwelle kein Nachwippen.
Die Federbeine mit Ausgleichsbehälter ohne Einstelloptionen für Druck-oder Zugstufe sind wohl recht gut abgestimmt.

Hatte Anfangs über IKON Dämpfer nachgedacht. Die von mir favorisierten schwarzen Dämpfer ohne Kappe haben allerdings eine Länge von 295 mm, was dann gut 35 mm länger als die Serie bedeutet.
Die Stoßdämpfer haben so ungefähr 46 mm Federweg, grob gemessen. Am Hinterrad laut Yamaha 70 mm. Ergibt einen Faktor von ≈1,5.
Also Federbein 35 mm länger bedeutet, Hinterrad steht gut 50 mm tiefer, oder das Heck höher, je nach Betrachtungsweise.
Das ist einmal eine optische Sache, bei Scrambler oder Racer sicher weniger dramatisch, zum anderen auch eine Sache des Gates / Zahnriemen.
Der wird immer lockerer, je länger der Dämpfer ist. Beim Einfedern spannt sich der dann wieder, wenn die Schwinge genau wagerecht steht, ist die Spannung am höchsten.
Der Gates ist nicht elastisch, also kann ich den bei Verwendung längerer Dämpfer nicht einfach nach spannen, sonst kann das passieren:

Bild entfernt (keine Rechte)

Es gibt einen IKON Dämpfer 7610 1541 SP8 mit 281 mm Länge und 52 mm Federweg in Chrom mit Kappe.
Der würde wohl funktionieren, kostet allerdings auch ≈570 €. Hat keine ABE.
Es wird Mitte 2021 ein Federbein für die Bolt geben, 7610-1670SP8, Länge 255 mm, Chrom mit Kappe, dass hat dann auch ABE.
Der Service, die Geduld und Kommunikation von IKON ist übrigens bemerkenswert

Fazit:
Es lohnt sich auch bei den originalen Dämpfern etwas mit der Vorspannung zu experimentieren

Bild entfernt (keine Rechte)

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#15 von uli68 , 11.12.2020 19:58

In meiner 32 jährigen Motorrad Karriere habe ich noch nie an meinen Stoßdämpfern rumgefingert . Wer weiß was ich alles schon verpasst habe an optimalen Einstellungen . Aber was man nicht kennt , vermisst man auch nicht .

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#16 von OldMan54 , 11.12.2020 22:09

Die Ansprüche (der Sozia) sind eben unterschiedlich

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#17 von Achim , 12.12.2020 09:20

Zitat von OldMan54 im Beitrag #16
Die Ansprüche (der Sozia) sind eben unterschiedlich

Juhuu, ich bin nicht allein! Erste (und letzte) Ausfahrt (8 Kilometer) mit der Racer wurde von Nackenschlägen begleitet. Bei allen anderen (Haupt- o. Zweit-) Maschinen am Fahrwerk drehen oder/und die Sitzbank zum Sattler.

 
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RE: Fragen zu einstellbaren Federn/Stoßdämpfern

#18 von OldMan54 , 12.12.2020 10:47

Wer ≈70 kg wiegt, wird im Regelfall mit der Serieneinstellung gut klar kommen. Andere merken einfach nichts, oder es ist ihnen egal, Hauptsache die Optik stimmt.
In meiner Supermoto Phase waren die mit den eloxierten Schrauben auch meistens hinten

Gerade bei sehr kurzen Federwegen ist die Anforderung an Abstimmung und Dämpfer hoch, damit da nichts durchschlägt, müssen relativ harte Federn eingesetzt werden. Harte Feder bedeutet hohe Dämpfung, starke Erwärmung des Öls. Da machen die Piggyback Dämpfer mit größerem Öl Volumen durchaus Sinn.

Erste Februar Woche kommen Fahrersitz und das Brett hinten zu SDesing, der Polsterei meines Vertrauens. Saskia hat ihre Fähigkeiten schon bei meiner Tracer unter Beweis gestellt

Wir haben ja auch hier im Forum einige, die mit der Bolt auch lange Strecken, teilweise mit Gepäck fahren, dann auch auf Öhlins, Wilbers etc. umgerüstet haben.

 
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